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Akademien der Wissenschaften Schweiz  
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ICAS

Interacademic Commission for Alpine Studies

 



Fögen Marie Theres
Gletscher im Blickfeld des Rechts

Project Number: CH-2851
Project Type: Dissertation
Project Duration: 3.12.2018 - ? project completed
Funding Source: other ,
Project Leader: Prof. Marie Theres Fögen
Max-Planck-Institute for European Legal History
Hausener Weg 120
D-60489 Frankfurt/Main
Germany
Phone: +49 (69) 78978 - 100
FAX: +49 (69) 78978 - 211

related to this project.

Disciplines:
hydrology, limnology, glaciology
Legal sciences


Abstract:
Diese juristische Dissertation behandelt in vier Teilen sprachliche und naturwissenschaftliche Fragen zu Gletschern, die Rechtsverhältnisse an Gletschern, den Schutz vor Gletschergefahren sowie den Schutz der Gletscher im Schweizer Alpenraum. Nach einer naturwissenschaftlichen Einführung in das Phänomen Gletscher wird im zweiten Teil deren rechtliche Definition und Einordnung dargelegt. Es geht um Fragen der Nutzung, des Gemeingebrauchs, der Hoheit und des Eigentums an Gletschern. Neben weiteren sachenrechtlichen Aspekten kommen Gletscherfunde und Gletschergrotten zur Sprache. Acht Fälle zu Eigentumsprozessen und Hinweise zur Auslegung von alten Gebirgs-Grenzbeschrieben illustrieren diese Thematik. Im dritten Teil werden die von Gletschern ausgehenden Gefahren durch Gletscherabbrüche,
Gletscherhochwasser, Längen- und Geometrieänderungen der Eismassen dargestellt sowie die damit zusammenhängenden Fragen zur Sicherheit von Siedlungen und Werken für Bewohner und Nutzer behandelt. Es geht um Verkehrssicherungspflichten, Verantwortlichkeit und Haftung der Kantone und Gemeinden sowie der Betreiber und Unterhalter von Bergstrassen, Bergwegen, Stauanlagen, Hochgebirgsbahnen, Gletscherskigebieten und von Gletschergrotten. Berücksichtigt werden die Inventare gefährlicher Gletscher in der Schweiz und raumplanerische
Instrumente wie Naturgefahrenkarten. Im Zentrum stehen Beobachtungspflichten, Schutzmassnahmen und die Abgrenzung von Fremd- und Eigenverantwortung. Gegenstand des nächsten Kapitels sind die Verhaltenspflichten auf Gletschern. Ausgehend von den Rechtsverhältnissen zwischen Bergsteigern werden alpine Sorgfaltspflichten auf Gletschern erläutert, insbesondere die Anseilpflicht auf Hoch- und Skihochtouren. Eigenverantwortung
und Selbstgefährdung beim Bergsteigen werden thematisiert. Der Veranschaulichung dient die Analyse des Strafprozesses zur Gletscherkatastrophe Mattmark von 1965 und einiger Unfallbeispiele auf Gletschertouren sowie dazugehöriger Gerichtsentscheide. Im vierten Teil werden die Bedeutung und die Gefährdung von Gletscherlandschaften aufgezeigt.
Im Zentrum steht die Erschliessung des Hochgebirges durch Bergbahnen, Bauten und Stauanlagen sowie militärische Schiessübungen und Flugverkehr. Es wird erläutert, in welchem Umfang kantonale und nationale Erlasse sowie völkerrechtliche Verträge wie die Alpenkonvention oder das Unesco-Abkommen für die Erhaltung des Weltnaturgutes den Schutz von Gletscherlandschaften sicherstellen können. Fünf Entscheide zu Bahnen und Anlagen zeigen das Spannungsfeld von wirtschaftlichen und ökologischen Interessen. Weiter werden die Zusammenhänge zwischen Klima- und Gletscherschwankungen sowie die Rolle des anthropogenen Klimaeinflusses durch die Emission von Treibhausgasen dargestellt. Im Klimarecht geht es um die Leitlinien der UN-Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls sowie um das CO2-Gesetz und andere Erlasse in der Schweiz. Ausführungen zur Frage, ob für abschmelzende Gletscher und andere durch den Klimawandel bedingte Schäden im Hochgebirge Schadenersatz verlangt werden kann, runden das Werk ab. Die im Jahre 2005 abgeschlossene Dissertation (Universität Zürich) wird im Frühling 2006 im Stämpfli-Verlag, Bern, in der Reihe «Abhandlungen zum schweizerischen Recht» erscheinen.


Last update: 6.7.2006
Update the data of project: CH-2851

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