Matzarakis Andreas

Klimaänderung und Tourismuspotential (Dilpom Ketterer)
Climate chang and potentioals for tourism (diploma Ketterer)


Project Number: CH-3839
Project Type: Master
Project Duration: 01/01/2009 - 12/31/2009 project completed
Funding Source: other ,
Project Leader: Prof. Andreas Matzarakis
Stefan-Meier-Str. 4
DE-79104 Freiburg
Germany
Phone: +496980629610
e-Mail: andreas.matzarakis(at)dwd.de
http://www.dwd.de

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Research Areas:
Economy

Disciplines:
Legal and Social sciences, Economics
Social geography and Ecology


Abstract:
Zusammenfassung der Ergebnisse

Der Tourismus ist für das Engadin von großer Bedeutung, denn er erwirtschaftet im Ober- und Unterengadin 68% bzw. 59% der regionalen Wertschöpfung. Landschaft, Flora und Fauna, das Klima sowie die errichtete Infrastruktur schafft eine Basis für den Tourismus, das Wetter bildet jedoch die Achilles-Ferse. Der Tourist reagiert auf Wettervorhersagen, auf das Wetter vor Ort oder Preisungen in Werbeprospekten, in welchen St. Moritz schon seit den 1930er Jahren mit dem geschützten Markenzeichen der Sonne mit der klimatische Gunst des Engadins wirbt, mit Zuneigung oder er meidet den Ort und Aktivitäten bei Diskomfort. Im Kontext des Klimawandels stellt sich nun auch die Frage nach der Veränderung des klimatischen Tourismuspotenzials im Engadin. Dazu wird in der vorliegenden Arbeit das klimatische Tourismuspotenzial für den Raum Engadin im Zeitraum von 1960 bis 2100 analysiert. Die Grundlage bilden Messdaten der MeteoSchweiz, sowie Datensätze der Klimamodelle REMO und CLM für den Zeitraum 1960–2100 unter Verwendung des A1B Szenario. Das REMO-Modell vom Max-Planck-Institut für Meteorologie liefert für Klimamodelle hoch aufgelöste räumliche (10km) und zeitliche (Stunden) Daten. Das auf dem lokalen Modell des Deutschen Wetterdienst basierende regionale Klimamodell CLM besitzt eine Auflösung von 1/6- Grad und wurde vom Potsdam Institut für Klimaforschung, von der Brandenburgische Technische Universität und GKSS entwickelt. Um die Qualität der Modelldaten zu ermitteln, wurden diese mit den MeteoSchweiz Messdaten der Stationen Buffalora, Scoul, Sta. Maria und Sils Maria verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass die CLM-Daten die klimatischen Bedingungen im Engadin nur schlecht wiedergeben können. So wird beispielsweise der Niederschlag um 50% und mehr unterschätzt. Die REMO-Modelldaten dagegen geben Temperatur, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Relative Luftfeuchte mit akzeptablen Abweichungen in dem stark orographisch gegliederten Gebiet wieder. Beispielsweise betrug die mittlere Lufttemperatur in Sta. Maria von 1961-90 5.4°C, die geschätzte 5.1°C, der gemessene Niederschlag 791 mm, der modellierte Niederschlag 773 mm im gleichen Zeitraum. Auch die saisonale Ausprägung des Niederschlags wird im Modell nachgezeichnet, allerdings fällt aufgrund des überschätzten Niederschlags in den Wintermonaten die Schneehöhe zu hoch aus. Für den Touristen sind folgende Parameter von Bedeutung: thermische Behaglichkeit und Unbehaglichkeit durch Wärme- oder Kältebelastung, Schnee, Niederschlag, Sonnenscheindauer und Wind. Das thermophysiologische Empfinden wird mit Hilfe des auf der menschlichen Energiebilanz beruhenden thermischen Index Physiologisch Äquivalente Temperatur PET berechnet. Die Ergebnisse werden in Häufigkeiten oder die Überschreitung von Schwellenwerten in Klima-Tourismus-Informations-Schema CTIS dargestellt. Die Auswirkungen des Klimawandels werden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ausgeprägter sein als in den nächsten Jahren. Tage mit thermischer Behaglichkeit oder gar geringer Wärmebelastung werden zunehmen, während Tage mit Kältebelastung abnehmen. Auch abnehmende Niederschlagsmengen im Sommer sind für den Tourismus von positiver Bedeutung. Für den Wintertourismus kann das Engadin auch bei geringeren Schneehöhen immer noch schneesichere Bedingungen aufweisen. Attraktivitätsverluste der Landschaft durch den Gletscherrückzug, erhöhte Gefahr durch Extremereignissen oder Wärmeperioden im Winter können jedoch ein negatives Image schaffen. Der Tourismus kann sich, nicht zuletzt auch durch die negativen klimatischen Veränderungen in Konkurrenzgebieten, im Engadin positiv entwickeln.

Publications:
Ketterer C 2009: Klimatisches Tourismuspotenzial des Engadins auf der Grundlage von Messungen und regionalen Klimasimulationen. Masterarbeit, Universität Freiburg im Breisgau pdf Masterarbeit


Last update: 7/18/17
Source of data: ProClim- Research InfoSystem (1993-2020)
Update the data of project: CH-3839

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