Schütz Martin

Auswirkungen des Ausschlusses von Herbivoren auf Boden und Vegetation subalpiner Weideökosysteme im Schweizerischen Nationalpark (Teilprojekt Trophic cascades)

Project Number: CH-4454
Project Type: Master
Project Duration: 02/01/2010 - 12/31/2010 project completed
Funding Source: other ,
Project Leader: Dr. Martin Schütz
Ökologie der Lebensgemeinschaften
WSL
Zürcherstrasse 111
8903 Birmensdorf
Phone: ; +41 (0) 44 739 25 26
FAX: +41 (0) 44 739 22 15
e-Mail: martin.schuetz(at)wsl.ch
http://www.wsl.ch/info/mitarbeitende/schuetz/index_DE

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Research Areas:
Biodiversity

Disciplines:
general biology
botanics
ecology


Abstract:
Im Rahmen des Projektes „trophic cascades“ wurden an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft die Effekte von Herbivoren auf Boden und Vegetation subalpiner Weideökosysteme im Schweizerischen Nationalpark untersucht. Mittels Zäunen wurden vier Grössengruppen von Pflanzenfressern (grosse, mittlere, kleine, wirbellose) von den Versuchsflächen ausgeschlossen. Dabei wurden die Flächen in zwei Gruppen eingeteilt, den produktiven Kurzrasen und den weniger produktiven Hochrasen. Die Auswirkungen auf Boden und Pflanzen wurden über den Gehalt an Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor sowie dem Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff ermittelt. Die Ergebnisse nach der ersten Vegetationsperiode zeigten für den Boden keine signifikanten Veränderungen, weder im Kurzrasen noch im Hochrasen. Dies ist auf die langwierigen Bodenprozesse zurückzuführen, die erst nach einer längeren Versuchslaufzeit beeinflusst werden können. Die Vegetation hingegen zeigte bereits nach dieser kurzen Zeit erste Veränderungen. Grundsätzlich kam es zu einer Verbesserung der Pflanzenqualität je mehr Pflanzenfresser ausgeschlossen wurden. Ein niedrigerer Kohlenstoffgehalt und/oder erhöhte Stickkstoff- und Phosphorgehalte wurden im Pflanzenmaterial nachgewiesen. Dabei waren die Effekte im Hochrasen stets signifikant und somit viel deutlicher als im Kurzrasen. Bei diesem hat nur der Kohlenstoff sichtlich abgenommen. Stickstoff und Phosphor haben sich insgesamt nur leicht erhöht. Die Ergebnisse der Pflanzenanalysen lassen den Schluss zu, dass die Pflanzen von einer ausbleibenden Herbivorie kurzfristig profitieren konnten, besonders in unproduktiven, Nährstoff limitierten Ökosystemen. Sie konnten sich vom hohen Weidedruck erholen und weniger Strukturgewebe einbauen. Eine bessere Qualität des Pflanzenmaterials war die Folge. Jedoch ist damit zu rechnen, dass sich diese Entwicklungen im Verlauf der kommenden Versuchsjahre verändern werden. Aufgrund des fehlenden Nährstoffeintrags durch Herbivoren wird der Gehalt an pflanzenverfügbaren Mineralstoffen im Boden geringer werden. Dem wird eine Abnahme der Qualität der Pflanzen folgen, die im Kurzrasen schneller bemerkbar sein wird. Die genauen Ergebnisse müssen jedoch abgewartet werden, da der Schweizerische Nationalpark einen Lebensraum darstellt, der in dieser Art bisher noch nicht viel erforscht worden ist.

Publications:
Kukielka Peter 2010: Auswirkungen des Ausschlusses von Herbivoren auf Boden und Vegetation subalpiner Weideökosysteme im Schweizerischen Nationalpark. Diplomarbeit. Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.
pdf Diplomarbeit


Last update: 7/18/17
Source of data: ProClim- Research InfoSystem (1993-2020)
Update the data of project: CH-4454

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