Stoffel Markus

Reconstruction of spatio-temporal patterns of debris-flow activity in Val Brüna (Swiss National Park)
Rekonstruktion der räumlich-zeitlichen Murgangaktivität im Val Brüna (Schweizer Nationalpark)


Project Number: CH-4472
Project Type: Master
Project Duration: 04/01/2011 - 04/30/2013 project completed
Funding Source: other ,
Project Leader: Prof. Markus Stoffel
Directeuer C-CIA
Climate Change Impacts and Risks in the Anthropocene (C-CIA)
Institut des Sciences de l`Environnement
Université de Genève
Boulevard Carl Vogt 66
1205 Genève
Phone: +41 (0) 79 340 39 89 ; +41 (0) 22 379 06 89
FAX: +41 (0) 22 379 32 10
e-Mail: markus.stoffel(at)unige.ch
http://www.dendrolab.ch;https://c-cia.ch/

related to this project.
for which the project has a relevance.

Disciplines:
geomorphology
environmental sciences

Keywords:
Dendrogeomorphology, Dendrochronology, Natural hazards, Climate change

Abstract:
Murgänge stellen einen der wichtigsten geomorphologischen Prozesse in den Gebirgsregionen dar und verursachen häufig Schäden an Verkehrswegen und Infrastrukturen. Mit Hilfe von dendrogeomorphologschen Methoden können Informationen über vergangene Murgangereignisse gewonnen werden, was dem besseren Verständnis des Prozesses dient. In dieser Studie wurde der Murgang im Val Brüna (GR) im Schweizerischen Nationalpark untersucht. Das Ziel war die räumlich-zeitliche Rekonstruktion der Murgangaktivität in einem natürlichen System. Dazu wurden insgesamt 164 Pinus mugo (Bergföhren) im Bereich des Murkegels beprobt. Die beprobten Bäume wiesen ein Alter von 48 bis 314 Jahren (Durchschnitt: 215 Jahre) auf. Anhand der in den Bäumen registrierten Wachstumsstörungen konnten 32 Murgangereignisse seit 1789 rekonstruiert werden, wobei für die Zeit von Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts weniger Murgänge registriert wurden. Die meisten Wachstumsstörungen traten in Form von Wachstumsschüben (51%) und Wachstumseinbrüchen (26.1%) auf, Verletzungen waren eher selten. Die räumliche Ausbreitung der Murgänge hat sich mit der Zeit verändert. Der Verlauf der Hauptrinne scheint sich verschoben zu haben, wobei sich die Mündung immer weiter Richtung Westen verschoben hat und andere Ausbruchsstellen aktiv waren. Der Vergleich der Ereignisjahre mit den Niederschlagsdaten ergab keine deutliche Korrelation von Starkniederschlägen und Murgangereignissen. Dies legt nahe, dass die Verfügbarkeit von Lockermaterial die Entstehung von Murgängen im Val Brüna limitiert und bei genügend vorhandenem Material bereits kleinere Niederschlagsmengen Murgänge auslösen können.

Leading questions:
Debris flows occur as a result of rapid snow melt, heavy summer thunderstorms or extensive autumn rainfalls. The present project aims at analyzing past debris-flow activity on the Val Brüna cone (Swiss National Park) where neither the channel nor the forest have been affected by human interventions, thus providing information on process activity in a debris-flow system under natural (namely climatic) conditions. Analysis will include a mapping of features and deposits related to past debris-flow activity as well as the sampling of trees (increment cores) which have been affected in their growth by past debris flows. We expect to obtain frequency data of past debris flows under natural conditions covering several centuries and documenting the occurrence of this type of mass movements in space and time under very different and changing climatic conditions.

Publications:
Häberli A (2013) Räumlich-zeitliche Rekonstruktion der Murgangaktivität im Val Brüna, Schweizerischer Nationalpark. Masterarbeit, Instititut für Geologie, Universität Bern.
pdf Masterarbeit


Last update: 7/18/17
Source of data: ProClim- Research InfoSystem (1993-2020)
Update the data of project: CH-4472

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